
| Gran Canaria, 10.2. - 20.2.2002 |
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9.2.2002: Der letzte Zug von Marburg nach Frankfurt ging um 23:37 Uhr. Rechtzeitig zur Abfahrt traf auch Uli ein, Tanja war schon in Treysa eingestiegen.
10.2.2002: Am Flughafen angekommen ca. 1:00 Uhr, nun hatten wir bis halb vier Uhr Zeit, bis Veronika, Alfons und Karlheinz vom Wohnheim in Dieburg gebracht wurden. 6:00 Uhr Abflug – 10:10 Ankunft in Las Palmas, 11:30 Abfahrt mit dem Bus – 12:30 Uhr Ankunft im Hotel „Coronna“ in Playa del Ingles. Ein 15stöckiges Hochhaus mit ca. 300 Apartments starrte vor uns in den blauen Himmel. Wir mussten noch warten, bis die Zimmer geräumt waren. Karlheinz und ich bekamen im Stock 5 ein Apartment. Veronika und Alfons das Apartment unter uns und Tanja und Uli zwei Etagen über uns. Nachmittags machten wir einen Spaziergang auf der Strandpromenade. Das Wetter war warm und man konnte weit über den Atlantischen Ozean blicken, so sehr ich mich auch anstrengte aber das große Afrika war nicht zu sehen. Am Abend saßen wir gemütlich im Hotel bei Livemusik und probierten eins von den Mixgetränken Mara……. aus.
11.2.2002: Um halb 11 sind wir mit dem Mietwagen, den Uli von Birgit (Vorgängergruppe) übernommen hatte, von Maspalomas in Richtung Landesinnere gefahren. Wenn man meint so nah am Äquator müsste es ziemlich trocken sein, der irrt, überall strahlen uns die fruchtbaren Farben der Pflanzen an. Das Auto war scheinbar mit einem alten Dieselmotor ausgestattet und musste sich sehr anstrengen um auf die hohen Berge zu kommen. Vor dem Ort Fataga wurden Kamelsafaris angeboten, wir fuhren zu einer kleinen Farm und sahen uns die Kamele aus der Nähe an. Eine größere Gruppe (ca. 20 Touristen) wurden gerade auf die Kamele gesetzt und ritten auch schon sehr bald los. Weiter ging es durch Fataga und noch höher, auf einem Parkplatz bewunderten wir den herrlichen Panoramablick. Am Abend machten wir einen Besuch in einer Disco, wo die „Blues Brothers“ plötzlich auftauchten.
12.2.2002: Heute ging es nach Tocodoman in das Pflanzen paradies Cactualdeal. Leider kamen wir einige Kilometer vor Puerto Rico in einen Stau, der uns Stunden festhielt. Aber der Park trieb die Stimmung wieder hoch. Die kleinen, riesigen, runden und säulenartigen Kakteen stachen uns mit ihrer Vielfalt ins Auge. Dazwischen überragten Palmen, Drachenbäume und baumartige Aloen den ganzen Park. Eine künstliche Guanschen Höhle wo die Ureinwohner der Kanaren früher gelebt haben und ein Amphitheater wo heute noch folkloristische Tänze und kanarische Ringkämpfe stattfinden. Bei der Rückfahrt kamen wir in Puerto Rico wieder in einen Stau, wir schafften es trotzdem noch rechtzeitig zum Abendessen. Danach gemütliches Zusammensein mit den Betreuern der anderen Gruppe (Birgit, Christine, Matthias), es war der letzte Abend, Erzählungen was sie auf der Insel alles erlebt haben.
13.2.2002: Früh am Morgen ist die erste Gruppe nach Hause abgereist. Mit dem Wagen soll es heute hoch hinausgehen in Richtung San Bartolome. Wir kamen wieder durch Fataga und da wir am Montag nicht zum Kamelreiten kamen, wollte ich es heute probieren. Leider war ich von unserer Gruppe der Einzige. Mit ca. 10 Kamelen, wo jeweils 2 Touristen draufsaßen, ging es zwischen Palmen und anderen exotischen Gebüschen durch unwegsames Gelände. Dachte schon mein Bauch macht das Geschaukel nicht mit, es gab aber keine Probleme. Eine Kamelreiterin versuchte einem stacheligem Gebüsch auszuweichen und fiel dabei fast runter. Mein Kamel lief ständig meinem Vorgänger auf und wischte sich das speichelschlappernde Maul an einer Urlauberin ab, diese nahm es aber mit Humor. Weiter ging es mit dem gequälten, hochgesteylten Auto Richtung San Bartolome um den Berg Pico de las Nieves (1949 m), es gab eindruckvolle Motive beim Zusammenspiel von Bergen, Tälern und Schluchten, der blaue Himmel mit ein paar Wolken tat das übrige. Zurück soll es in Richtung Telde auf die Autobahn gehen. Doch unterwegs verfuhren sich Uli und Tanja, dadurch konnte man noch mehr vom Land sehen. In einem kleinen Ort verirrten wir uns noch einmal und kamen in einem unwirtlichem Ortsteil in eine Sackgasse wo sich wohl selten Touristen verirren, einige Kinder sahen uns an als ob fremde Spezies bei ihnen gelandet wären. Ohne viel Aufsehen verschwanden wir wieder. Tanja und Uli fanden die Richtung wieder. Abends sind wir an der Strandpromenade ziemlich weit gelaufen, das rauschen der Wellen, ein leichter Wind und angenehme Temperaturen ließen den Tag langsam ausklingen.
14.2.2002: Uli hat es inzwischen geschafft mit viel Mühe die alte Karre in ein neues, komfortableres Auto einzutauschen. In Maspalomas, südlich von Playa del Ingles, sind wir heute auf der Strandpromenade, der Wind weht kräftig um die Ohren. Der Strand ist hier sehr breit und viele Urlauber gingen baden. Badehose und Badetuch hatte ich dabei, warum sollte ich nicht auch hineinspringen. Hatte mir das Salzwasser bei diesen Temperaturen wärmer vorgestellt, doch es war zum aushalten. Ich ließ mich von den Wellen mitziehen und kam immer tiefer, so daß ich den Boden kaum noch erreichen konnte. Als Nichtschwimmer war es nun höchste Zeit wieder in Richtung Strand zu bewegen, leider trat ich dabei auf einen scharfen Stein und verletzte mich leicht. Mußte aber ab da vorsichtiger auftreten. Danach sind wir auf der Promenade an Sanddünen und Naturschutzgebieten weiter spazieren gegangen. Am Abend gingen wir in ein Strandlokal und hörten der Musik einer kleinen Band zu.
15.2.2002: Heute fuhren wir etwas früher um den Stau bei Puerto Rico zu entgehen, wir hatten Glück und fuhren weiter nach Puerto de Mogan. Dort war heute Markttag. Im Ort gab es keine riesigen Hotelbauten, es wurden nur bis zu 2stöckigen Gebäuden die Baugenehmigung erteilt, um das Ambiente des Marktes noch zu halten. Doch von allen Seiten lauern die Hotelspekulanten um der Attraktion des Marktes und der Hafenanlage, mit ihren Hotelanlagen näher zu kommen, doch damit würden sie die alte gewachsene Atmosphäre die viele Touristen anzieht, kaputt machen. Der Markt, zieht sich durch die ganze Hafenanlage, afrikanische, chinesische und einheimische Stände bieten alles von praktischen, kuriosen und kitschigen Waren an. Es macht Spaß durch die engstehenden Stände zu schlendern und mit dem teilweise aufdringlichem Händler zu feilschen, so weit man sie natürlich verstand. Danach sind wir mit einem kleinen Schiff nach Puerto Rico und zurück. Der hohe Wellengang ließ das Schiff sehr stark schaukeln, einigen Touristen kam das auf und ab nicht geheuer vor, sie hielten sich mit allen Vieren fest und schrieen teilweise wenn das Schiff starke Schlagseite bekam. Ich stand oben an der Reling und ließ mir bei dem starken schaukeln den Wind um die Ohren sausen. Nach dem Abendessen haben Veronika und ich die Zimmer getauscht, weil es zwischen Veronika und Alfons Probleme gab. Danach ging es in ein deutsches Lokal, ich bestellte mir ein Gin Fuzzi. Das Mixgetränk wurde mit leuchtenden Wunderkerzen und Früchten gebracht, doch der Geschmack war furchtbar sauer und zu süß zugleich. Als die anderen zu müde waren und zum Hotel zurückgingen, habe ich noch einen Gin Tonic bestellt und mir im Lokal noch eine Show von einer Gruppe von Frauen, die mit bunten Kostümen playback Lieder sangen und akrobatische Verrenkungen vorführten angesehen.
16.2.2002: Heute war Strandtag, gegen 11 Uhr sind Alfons und ich, Uli wollte später nachkommen, zum ca. 600 m entfernten Strand und wollten dort eine Bananenfahrt auf dem Meer machen. Inzwischen war Uli atemlos eingetroffen. Ich bin dann ins Wasser und habe mich danach mit Uli am Strand gesonnt. Die Bananenfahrt fiel leider aus, da immer mehr Wolken die Sonne verdeckten und es kühler wurde. Tanja, Veronika und Karlheinz sonnten sich am Pool. Bei Tanja musste ich immer wieder staunen, wie sie mit ihrer selbstverständlichen und liebevollen Art mit Veronika, Karlheinz und Alfons umging. Später am Nachmittag fing es sogar an zu regnen. Abends sind wir in ein Geschäftsviertel gegangen. Die Touristen ließen sich vom Regen nicht hindern und tanzten auf einem Platz mit Musik. Eine einheimische Musikgruppe führte ein paar Volkslieder vor. An einem Tatoostand entschloss ich mich ein Seepferdchen auf dem Rücken aufbringen zu lassen.
17.2.2002: Die Hauptstadt Las Palmas stand heute auf dem Programm. Dort bei einem Museum angekommen nahmen wir vor einem Lokal an einem Tisch Platz. Es kam eine folkloristische Musik- und Tanzgruppe und führte vor uns einige Tänze und Lieder vor. Der ganze Platz füllte sich schnell mit Zuschauern. Leider war es mit unseren kurzenHosen etwas kalt und es regnete ein bisschen, tat aber den Vorführungen keinen Abbruch. Danach sahen wir uns in der Altstadt eine Kathedrale und einige historische Gebäude an. Am Nachmittag kam die Sonne wieder etwas raus, wir setzten uns vor ein Lokal und bestellten Pizza. Am Abend erzählten wir uns bei Livemusik lustige Geschichten. Karlheinz und Alfons hatten ein Werbeprospekt über eine Westernstadt namens Sioux – City gefunden. Wir beschlossen diese morgen zu besuchen.
18.2.2002: Als wir morgens dort ankamen mussten wir leider feststellen, dass in Sioux - City die Cowboys Montags frei hatten. Also beschlossen wir nach Maspalomas in den Palmitos Park zu fahren. Der Eintritt war sehr teuer, aber dafür wurde einiges geboten. Der künstlich aufgebaute Park lag mitten in einem Canyon, in einem ehemaligen ausgetrockneten Flussbett. Er ist mit Wasserfällen, Seen, Palmen, Kakteen und vielen, vielen anderen exotischen Pflanzen aufgebaut. Zwischendurch gehen schmale befestigte Wege zu Volieren mit Papageien aller Arten mit den herrlichsten bunten Farben. Adler, Falken, Eulen und Geier führten bei einer Show spektakuläre luftakrobatische Freiflüge vor. Pelikane und Flamingos balancierten auf einem Bein an den Seen. Tukas und Kolibries waren zum greifen nahe. Im Schmetterlingshaus flogen große und kleine Schmetterlinge mit faszinierenden Mustern auf ihren Flügeln. Im nächsten Haus waren viele Aquarien voll mit Fischen und Unterwasserpflanzen von atemberaubender Schönheit. Viele Arten von Fischen und Farben, die ich noch nie gesehen hatte. Zuletzt führte ein Dompteur bei einer kleinen beeindruckenden Show Papageien vor. Sie fuhren Fahrrad, Rollschuh, rutschten auf einer Rutschbahn, rechneten, hissten die Fahne und sonnten sich im Liegestuhl mit Sonnenbrille, Cola und Zeitung. Wir staunten und lachten zugleich. Abends stürmte ein starker Wind, dachte schon jetzt fliegen die ganzen Liegestühle raus auf’s Meer, es regnete aber nicht. Später gegen 22:00 Uhr bin ich noch mal nebenan in eine Disco gegangen. Elvis Presley soll auftreten. Die Disco war gerammelt voll, fand aber trotzdem noch einen Sitzplatz an einem Stehtisch. Ich holte mir ein Bier und hörte der schlecht imitierten Stimme von Elvis zu. Einige Engländer, direkt neben mir, unterbrachen den Sänger ständig lautstark mit Zwischenrufen. Elvis führte aber seine Show unbeeindruckt fort. Die Engländer wurden nach einer Weile von ihren Frauen beruhigt und gingen. Nun waren Plätze neben mir frei. Plötzlich kam von der Seite eine hübsche Frau auf mich zu, lächelte mich mit ihrem braungebrannten Gesicht und den langen blonden Haaren an und fragte mich, ob der Platz neben mir noch frei wäre (Englisch). Meine Augen blieben in ihren faszinierenden Augen und dezent geschminktem Gesicht hängen. Ich reagierte benommen erst Augenblicke später und bot ihr natürlich sofort den Stuhl neben mir an. Sie sah mir in die Augen und bedankte sich mit einem Augenzwinkern. Als sie ihre Jacke um den Hocker hing und sich umdrehte wehten ihre blonden Haare an meinem Gesicht vorbei und ließen einen betörenden Duft zurück. Ein zauberhaftes, tiefausgeschnittenes Abendkleid, was ihre Figur atemberaubend betonte, kam zum Vorschein. Nach einer Weile, fasste ich endlich den Mut und fragte sie mit meiner tölpelhaften Art, ob sie nicht etwas trinken möchte (deutsch). Sie verstand und sagte mit ihrer leicht angerauhten Stimme: „Yes, a coke“. Ich holte eine Cola und einen Gin Tonic. Sie saß tatsächlich immer noch da. Plötzlich forderte Elvis, den ich bei diesen ganzen verrückten Gefühlen, die mir im Moment durch den Kopf gingen, ganz vergessen hatte, das Publikum aufzustehen und mitzuschunkeln. Die Frau stand plötzlich auf, nahm mir die Gläser ab, stellte sie auf den Tisch und nahm meine Hand hob sie hoch und schaukelte sie im Takt der Musik hin und her. Dabei drückte sie meine Hand, so das ich jede Bewegung spürte. Elvis kam plötzlich singend auf uns zu, er packte die Schönheit und die Taille und küsste sie und ging wieder singend auf die Bühne. Als der Song zu Ende war, stand sie auf, nahm ihre Jacke und beugte sich vor an meine Wange, leise hauchte sie mit ihrer Stimme: „Thank you!“ ins Ohr. Sie drehte sich um und ging in Richtung Tanzfläche, warf ihre Jacke dem Discjockey zu und nahm ein Mikrofon. Der Discjockey sagte über die Anlage einen Namen und zeigte auf sie. Die Musik lief an, sie tanzte rhythmisch zur Musik und hielt das Mikrofon hoch, sie sang ein wunderschönes, romantisches Lied. In der Disco wurde es ganz still. Nach dem Lied kam Elvis ohne Verkleidung und mit einem Koffer hinter dem Vorhang hervor, umarmte die Frau und sie gingen in Richtung Ausgang. Beim Vorbeigehen lächelte sie mir noch zu und verschwand. Mindestens eine Stunde saß ich auf meinem Hocker und nahm nichts mehr wahr. Ich ging zum Hotel zurück und schlief ein.
19.2.2002: Am Morgen wurde ich von Tanja geweckt, brauchte eine Weile, bis ich begriff, das ich nicht im siebten Himmel schwebte sondern im Hotel in meinem Bett lag. Nach dem Frühstück sind wir nach Sioux City gefahren. Wir kamen in eine Westernstadt mit allen die Details die man aus Westernfilmen kennt. Pferde, Kühe, Büffel, Hühner und sogar die Katze gehörte dazu. Im Salon wurde eine Show aufgeführt. Mit staunen sahen wir den Cowboys und Indianern zu, wie sie künstlerisch mit Lasso, Peitschen und Messern umgehen konnten. Nach der Show ritt ich mit einem Pferd mitten durch die Stadt. Leider kamen keine Indianer, so das ich nicht galoppierend die Flucht ergreifen konnte, schade. Die Show ging auf der Main-Street weiter. Akrobatisch wurde auf galoppierenden Pferden einige Stellungen absolviert. Dann gab es einen Bankraub mit Dynamit, Schießerei und Schlägerei. Es wurde jemand gehängt mit der Musik „Spiel mir das Lied vom Tod“, wurde ein Duell spannend vor unseren Augen dargeboten. Zuletzt blieb nur noch der Gute übrig. Happy End! Das alles in 15 Minuten, da kommt der beste Westernfilm nicht mit. Zurück im Hotel mussten wir schon anfangen zu packen. Am Abend gingen wir ein letztes Mal an der Strandpromenade entlang und ließen das Rauschen des Meeres ein letztes Mal auf uns wirken.
20.2.2002: Halb sieben aufstehen, fertig machen, der letzte Blick das auch nichts vergessen wurde. Es gab kein Frühstück mehr, kurz vor 8:00 Uhr kam der Bus und holte uns ab. 12:00 Uhr ging das Flugzeug! Die Uhr wurde wieder um eine Stunde vorgestellt. 17:00 Uhr Landung in Frankfurt. Es regnete und es war furchtbar kalt. Veronika, Alfons und Karlheinz fuhren mit einem Taxi nach Dieburg und Tanja, Uli und ich mit dem Zug Richtung Heimat. Peter L. |
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