
| Kreta, die Insel der Götter |
|
Am 10. Mai 2002 startet unser Flugzeug
nach Heraklion auf Kreta. Unsere Gruppe ist von zwei Flughäfen geflogen und wir
haben uns im Hotel getroffen. Wir waren insgesamt 14 Personen, 9 Kunden und 5
Begleiter. Ich bin Heidrun, eine der Begleiterinnen. Unser Hotel war in Amoudara, das ist
ein Vorort von Heraklion direkt am Mittelmeer. Es war für mich das erste Mal, dass
ich auf Kreta war, - mit Weitsprung gefahren bin und - Begleiterin war. Es hat
mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe eine Menge dazu gelernt. Meine Vorstellung von Kreta war ganz
anders als die Wirklichkeit, ich war erstaunt wie grün es dort ist, dass es so
viele hohe Berge gab auf denen noch Schnee lag, die vielen unterschiedlichen
Buchten, sowie die Menschen mit ihrer Gastfreundschaft und Herzlichkeit. Einer unseren Ausflügen brachte uns
auf die Lassithi- Hochebene, die auf ca. 800 m Höhe im Dikti-Gebirge liegt. Das
ist eine fruchtbare Hochebene auf Kreta wo es früher die meisten Windräder
gab. Die Kreter nutzten die Windräder, um das dicht an der Oberfläche stehende
Grundwasser auf ihre Felder zu pumpen. Dieses Grundwasser hat die Ebene so
fruchtbar gemacht. Leider sind die Windräder fast alle nur noch Ruinen, seit
die Pumpen elektrisch betrieben werden. Einige der Bauern haben angefangen ihre
alten Windräder zu restaurieren. Um dort hinzu gelangen
sind wir durch das Dikti Gebirge gefahren, Auf zum Teil sehr schmalen
Serpentinen kamen wir immer höher. Hinter jeder Kurve hatte man einen
atemberaubenden Blick auf die umliegenden Berge und ab und zu sogar aufs Meer.
Auch wurde es ein wenig kühler und windiger mit jedem gefahrenen Kilometer. Wir
kamen aus dem „Ah“ und „Oh“ sagen gar nicht mehr raus. Dann auf einmal
standen wir vor der Lassithi-Hochebene, sie lag uns zu Füßen. Von oben sah sie
wie ein grünes Rechteck, mit gelben und weißen Flecken, umgeben von hohen
Bergen, die in einem graublauen Ton schimmerten und darüber spannte sich ein
strahlend blauer Himmel. Die Dörfer und Städtchen lagen am Rand der Hochebene,
wie an die Felsen geklebt. Ein wahrhaftig grandioser Anblick. Wir fuhren natürlich auch dort
hinunter, um uns die Dörfer, Windräder und Berge anzuschauen. Wir haben dort
in einer kleinen Taverne zu Mittag gegessen. Die Wirtin hatte einen eigenen
Weinberg. Von dem Wein haben wir alle probiert. Er hatte für uns ein etwas
merkwürdigen Geschmack, aber man konnte ihn trinken und zum Abschied schenkte
sie uns eine Flasche davon. In einem kleinen Dorf schauten wir uns
dann noch ein Heimatmuseum an. In dem Museum bekam man einen Eindruck davon, wie
sich das Leben dort vor ca. 100 Jahren abgespielt haben mußte.
Es war sehr eindrucksvoll. Nun mußten wir leider Abschied nehmen von
Lassithi und uns auf den Heimweg machen. Ein schöner Tag war zu Ende. Ein anderer Ausflug führte uns zum
Kloster Arkadi, dass auf einem 500 m hoch gelegenem Plateau in den Bergen liegt.
Das Kloster ist Kretas Nationalheiligtum und war einst schrecklicher Schauplatz
der Rebellion gegen das Osmannische Reich. Im
Jahre 1886 haben sich Kretische Widerstandskämpfer, sowie viele Alte und Frauen
mit ihren Kindern im Kloster verschanzt. Die Türken belagerten das Kloster mit
ca. 20.000 Männern und waren weit in der Überzahl. Die Kreter wollten sich auf
gar keinen Fall ergeben und haben das Kloster mit allen darin befindlichen
Menschen in die Luft gesprengt. Mit dieser Aktion haben die Kreter erreicht,
dass ihnen endlich von anderen europäischen Staaten geholfen wurde, und so die
Türken zur Kapitulation und zum Abzug aus Kreta gezwungen wurden. In
dem kleinen Klostermuseum sind einige Erinnerungsstücke, sowie Porträts der am
Widerstand Beteiligten zusehen. Die Gebeine der Opfer sind in einem Beinhaus zu
besichtigen. Das Pulvermagazin das in die Luft gesprengt wurde kann auch
besichtigt werden. Es ist allerdings nicht restauriert. Das Herzstück des
Kloster ist die Kirche, mit ihrer
wohlproportionierten Fassade, die sehr gut restauriert wurde. Auch sollte man
sich das Innere der Klosterkirche ansehen, besonders den Altar mit seinen
Holzschnitzereien und den Bildern. Die Bilder zeigen verschiedene Heilige und
Szenen aus der Bibel. Nachdem wir uns alles angeschaut haben sind wir nach
Rethimnon gefahren. Das ist eine stimmungsvolle kleine
Hafenstadt, deren Altstadt mit vielen Minaretten und Moscheen, engen Gassen und
weiten Plätzen und Teilen der Stadtmauer noch gut erhalten ist. Neben dem
modernen Hafenanlagen befindet sich der venzenianische Hafen mit der alten
Befestigung und dem Leuchtturm. Auch die Altstadt lädt zum Bummeln
und Verweilen ein. Dort haben wir uns in einen Straßencafe eine Pause gegönnt.
Nach der Stärkung machten wir uns auf den Weg in
unser Hotel und so ging wieder mal ein ereignisreicher Tag zu Ende. Der nächste Ausflug führte uns nach
Knossos. In Knossos ist die Ausgrabungsstätte des minoischen Palastes.
Diese sollte am Anfang jeder Beschäftigung mit der kretischen Archäologie
stehen. Durch die phantasievolle Rekonstruktion des Palastes, kann man sich sehr
gut vorstellen wie die Minoer gelebt haben. Mich faszinierten besonders die
wunderschönen Säulen und die Fresken dort. Auch konnten man noch einige
Wasserleitungen entdecken und verschieden große Amphoren. Das meiste der
ausgegrabenen Stücke wird im Museum in Heraklion ausgestellt.
Es ist eine sehr faszinierende Ausgrabungsstätte, an der immer noch
ausgegraben wird. Wer auf Kreta ist, muß unbedingt auch dort hin! Das Archäologische Museum in
Heraklion haben wir auch besucht. Kein anderes Museum der Welt besitzt mehr
Funde aus minoischer Zeit. In zwei Etagen kommt man hier aus dem Staunen nicht
mehr heraus. Viele Objekte erzählen aus dem täglichen Leben vor über 3500
Jahren. Ich sah Nachbildungen von einer minoischen Hausfassade, wunderschöne
Wandmalereien, verschiedene Formen von Vorratsschalen aus Ton, kleine und große
Amphoren und jede Menge Schmuck. Das ist aber nur ein kleiner Ausschnitt von den
dort ausgestellten Objekten. Bei einem Besuch kann man das alles sehen, aber um
alles zu verstehen braucht man sicherlich mehrere Besuche. Besonders Heraklion hat es mir
angetan. Es ist keine sehr schöne Stadt, aber sehr interessant. Die Gassen der
Altstadt mit ihren Geschäften, gemütlichen Kneipen und Restaurants laden zum
Verweilen ein. Um sich alles anzuschauen und einen Überblick zu bekommen, sind
wir mit einer kleinen Bimmelbahn auf Rädern durch die Altstadt und den Hafen
gefahren. Aber am liebsten bin ich am Abend durch Heraklion geschlendert und
immer wieder in der selben Kneipe gelandet. Der Kellner war so nett und
unterhaltsam. Der Hafen von Heraklion ist sehr
imposant mit der Kules-Festung aus dem 16. Jahrhundert und den
venezianischen Bauten. Am Hafen findet auch jeden Samstag der Zigeunermarkt
statt. Hier bekommt man alle Sachen die man braucht: T-Shirts, Schuhe, Kleider,
Hosen, Handtücher, Tücher, Unterwäsche und noch vieles mehr. Es ist dort natürlich
sehr voll und es wimmelt von Touristen. Neben dem Markt ist der Lunapark mit
einigen Karussellen und verschiedenen Buden. Wir haben den Park nicht besucht,
aber mir wurde davon erzählt. Auch gibt es am Hafen viele schöne Restaurants
und Kneipen. Wir waren leider dort nicht essen, aber ich komme wieder und dann
hole ich das nach. Die Tage an denen wir keine Ausflüge
machten, verbrachten wir im Hotelgarten und am Strand. Wir hatten 14 Tage lang
das schönste Wetter, so dass wir auch baden gehen konnten. Elisabeth war
besonders mutig. Sie ist jeden Morgen um 7.00 Uhr ins Meer gegangen. Auch Heinz
hat fast täglich seine Runden im Pool gedreht. Sogar mit Sonja waren wir im
Pool. Das hat ihr sehr gut gefallen. Nur Jürgen und Martin sind nicht ins
Wasser gegangen, naja Jürgen war mal fast drinnen. - Ich habe viel Zeit mit
Sonja am Pool verbracht. Wir mußten allerdings
sehr oft an die Poolbar gehen, weil Sonja dort ein ganz heißen Flirt mit
dem Kellner hatte. Manuel, der Kellner war aber auch besonders nett und wir
Frauen hatten ihn alle ins Herz geschlossen. Abends sind wir viel spazieren
gegangen, haben unter der Anleitung von Jürgen griechische Tänze gelernt, oder
sind an die Strandbar vom Nachbarhotel gegangen. Dort haben wir auch die
goldenen Hochzeit von Waltrud und Heinz gefeiert. An dieser Strandbar habe ich
die besten Skampis in diesem Urlaub gegessen. In der Nacht vom 21.05. auf den 22.05.
saßen wir Betreuer an der Poolbar und haben in meinen Geburtstag hinein
gefeiert. Da gab es ein Erdbeben. Zum Glück ist niemand verletzt worden und
nichts ist eingestürzt. Viele Leute bekommen zum Geburtstag
ein Feuerwerk, ich bekam ein Erdbeben. An
unserem vorletzten Abend auf Kreta, haben wir an einem griechischen Folklore
Abend teilgenommen. Dieser fand in einem Hotel in den Bergen statt.
Das Hotel ist wie ein altes griechisches Dorf aufgebaut, mit kleinen
verwinkelten Gassen. Es gab dort verschiedenen Handwerker, die man bei der
Arbeit beobachten konnte, eine kleine Taverne, eine kleine Kirche und einen großen
Dorfplatz mit Tischen und Bänken. Dort sollte eigentlich gefeiert werden, aber
das Wetter spielte nicht mit und so mußten wir halt rein. Wir waren in einem
großen Saal mit einer Bühne. Auf dieser Bühne tanzte alsbald auch die
Folkloregruppe. Die griechische Musik geht so in die Beine, dass uns nichts auf
den Stühlen hielt und wir mit tanzen mußten. Auch kamen die Tänzer ins
Publikum, um die Gäste zum Tanzen aufzufordern. Wir haben viel gegessen,
getrunken, getanzt und natürlich viel gelacht. Der Abend ging viel zu schnell
zu Ende. Nicht
nur der Abend, sondern auch unser Urlaub. Ein letztes Mal nach Heraklion, ein
letztes Mal im Mittelmeer schwimmen, ein letzter Sonnenuntergang und ein letztes
griechisches Bier, bevor wir unseren Flieger in die Heimat besteigen mussten. Ein
letzter Blick aus dem Flugzeugfenster und ich denke ich komme wieder ! Heidrun
R., Mai 2002 |
Weitsprung
Reiseberatung fuer Behinderte, Nichtbehinderte und
Senioren
Gutenbergstraße 27, 35037 Marburg
Telefon/Fax: 06421-686832