Kreta, 2007 |
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Kreta aus der Sicht einer Blinden Da ich als Blinde nicht alleine verreisen kann, freute ich mich, als ich im Internet die Homepage von Weitsprung fand. Nachdem ich mich durch ein Telefongespräch vergewissert hatte, dass es auch für Blinde möglich ist, an diesen Reisen teilzunehmen ohne selber eine Begleitperson mitbringen zu müssen, meldete ich mich für die Kretareise an. Am 4. Mai um 1.30 Uhr trafen sich die Teilnehmer und die Assistenten in Frankfurt am Flughafen. Insgesamt waren wir 12 Teilnehmer mit verschiedenen Behinderungen und 7 Assistenten. Die Assistenten halfen uns beim Einchecken und während des Fluges. In Kreta angekommen, ruhten wir uns erst einmal aus und schauten uns im Hotel und am Strand um. Man muss sich das bei Weitsprung so vorstellen, dass immer zwei Behinderte einen Assistenten im Hotel als Ansprechpartner haben. Dies ist immer die gleiche Person. Jedoch wird man bei den Ausflügen auch von anderen Assistenten betreut. Man ist also nicht an diese eine Person gebunden. Jeden Tag hatte man die Möglichkeit, sowohl an einem Ausflug mitzumachen als auch an den Strand zu gehen. Die Assistenten wurden dann immer auf beide Gruppen verteilt. Am Samstag, dem 5. Mai, ging der Ausflug nach Ierapetra. Dort schlenderten wir an der Strandpromenade direkt neben dem Fluss entlang und kauften Souveniers. Am Montag, dem 7. Mai, fuhren wir zur Lassithi-Hochebene. Dort schauten wir uns ein Heimatmuseum mit alten Werkzeugen und einer Weberei an. Unser Reiseleiter ließ mich die alten Werkzeuge und die Webrahmen anfassen. Dies half mir sehr viel, um mir die Dinge besser vorstellen zu können. Am Dienstag, dem 8. Mai, ging es nach Rethymnon. Dort gibt es am Hafen ein kleines Fischerdorf. Man sieht da, wie der Fisch ausgenommen und geputzt wird. Außerdem gibt es dort noch ein großes Piratenschiff. Nachdem wir uns den Hafen angeschaut hatten, blieben einige am Strand zum Schwimmen, darunter war ich. Die anderen schauten sich die Altstadt an. Weil bei dem Ausflug zu viele mit wollten, wurde der gleiche Ausflug am Donnerstag, dem 10. Mai, nochmals angeboten. Ich bin wieder mitgefahren und habe mir die Altstadt angeschaut. Am Freitag, dem 11. Mai, fuhren wir nach Psiloritis. Das ist eine einsame griechische Berggegend, in der fast nur Männer wohnen, hauptsächlich Schäfer. Da gibt es schöne ebene Sparzierwege. Hinterher hatten wir noch einen griechischen Abend. Wir aßen ein griechisches Essen und amüsierten uns bei griechischer Musik. Am Samstag, dem 12. Mai, stand dann die Ausgrabungsstätte Knossos auf dem Programm. Unser Reiseleiter erzählte uns einiges über die minoische Zeit. Ich durfte einige Säulen und Mauern betasten. Am Sonntag, dem 13. Mai, fuhren wir nach Matala. Dort lebten die Hippeis in den siebziger Jahren in Höhlen, unter anderem auch der bekannte Popsänger Cat Stevens. Bei den Höhlen selber waren wir nicht. Wir waren aber am Meer und sind durch die Fußgängerzone in Madala geschlendert. Am Montag, dem 14. Mai, ging ich mit zwei Assistenten und einem anderen Teilnehmer ins Aquarium nach Heraklion. Wir staunten gerade über die vielen Meerestiere, die wir dort unter Wasser zu sehen bekamen. Für Blinde war das ganze auch über einen Audioguide wahrnehmbar. Am Dienstag ging es mit dem Schiff auf die Insel Spinalonga. Bei einer Inselführung bekamen wir erzählt, dass früher die Leprakranken auf diese Insel gebracht wurden. Heute ist noch der Friedhof und das Krankenhaus zu sehen. Am Mittwoch, dem 16. Mai, führte uns der Ausflug an die Südküste Kretas. Nachdem wir ein Kloster besichtigt hatten, schwamm ich zusammen mit einer sehenden Assistentin im Lybischen Meer. Am Donnerstag, dem 17. Mai, ging es noch nach Niapoles. Dies ist eine Stadt, die bei den Touristen eher unbekannt ist. Dort besichtigten wir noch eine Kirche. Am Freitag, dem 18. Mai, war dann der Heimflug angesagt. Um 22.45 Uhr landeten wir wieder in Frankfurt am Flughafen. Die Assistenten halfen uns noch beim Auschecken. Für mich war das ein sehr schöner Urlaub. Ich finde es toll, dass es ein Reisebüro gibt, das uns Behinderten solche Reisen ermöglicht. Bedanken möchte ich mich auch bei den Assistenten, die zum größten Teil ehrenamtlich arbeiten und ohne deren Mithilfe diese Reisen gar nicht möglich wären. Carola H. |
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