Vietnam, 2007 |
|
|
Reisebericht Vietnam 07 Als wir, noch etwas betäubt von dem langen Flug, am Morgen in Saigon aus dem Flughafengebäude kamen, empfing uns die helle Sonne und tropische Wärme. Das ist im Januar wie ein Wunder! Wir, das waren Ulla und Gerrit von Weitsprung und drei ReiseteilnehmerInnen mit Behinderungen. Hoa begrüßte uns mit einem Willkommensschild, er war unser vietnamesischer Reiseführer, der uns die nächsten 2 Wochen sein Land gezeigt hat und alle Sonderwünsche in Erfüllung gehen ließ. Er ist wirklich wundervoll. Die erste Woche waren wir in einem Hotel in Saigon untergebracht und sind von da aus in die Stadt und in umliegende Orte gefahren. Schon die Fahrt zum Hotel war ein Erlebnis: Tausende von Mopedfahrern zischten an uns vorbei. Ohne Helm, dafür aber meist mit Mundschutz gegen die Abgase, die Mopeds nun mal hinter sich lassen. Wenn man herausfinden möchte, wie viele Menschen mit wieviel Gepäck auf ein Moped passen, sollte man unbedingt nach Vietnam reisen! Dazwischen Fahrradfahrer, Rikschafahrer und Autos, ein chaotisches Gewusel. Hoang, unser Fahrer, fuhr aber so gut, dass wir nie Angst hatten. Zur Sicherheit trug bei, dass er jeden Morgen zu Buddha betete, dass wir sicher ankommen (wie er uns im Vertrauen erzählt hat). Wir haben Pagoden und Tempel besichtigt (die Vietnamesen sind sehr tolerant, was Religionen anbetrifft, in einem buddhistischen Tempel gibt es auch Statuen von animistischen, manchmal sogar hinduistischen Gottheiten), waren auf vielen Märkten (die vor allem auf dem Land faszinierend sind) und haben ausgewählte Handwerksbetriebe besichtigt, wo man sehr schöne Lackarbeiten, Seidenstickereien und Kleider auch kaufen konnte. Später im Mekong-Delta waren wir auch in einer Reisfabrik und einem Bootsbau-Betrieb, das war sehr interessant. Von Saigon aus sind wir zum Zentrum der Cao-Dai-Sekte gefahren, das unglaublich kitschig ist und wo der heilige Victor Hugo und die heilige Rosa Luxemburg (unter anderen) verehrt werden. Und in den Wald, wo man das Höhlensystem der Vietcong besichtigen kann, die dort, für die amerikanischen Soldaten ungreifbar, in bis zu 25 Meter Tiefe lebten. Und in ein Wellness-Zentrum, das um eine 85 Grad heisse Quelle gebaut wurde und dem sicher ein noch viel größerer Erfolg beschieden wäre, wenn Vietnam kein so warmes Land wäre (der Januar ist auch in Vietnam der kühlste Monat mit einer mittleren Mittagstemperatur von 28 Grad). Die zweite Woche waren wir zunächst im Mekong-Delta, einer riesigen Flusslandschaft, wo Boote eine zentrale Rolle spielen (zum Beispiel schwimmende Märkte) und der Reisanbau dem Land große Exporteinnahmen bringt. Unsere Fahrten auf dem Mekong gehören zu den schönsten Reiseeindrücken, ganz asiatisch. Und die letzten drei Tage waren wir am südchinesischen Meer, wo wir gefaulenzt haben und noch Ausflüge ins Land gemacht haben, Hoa und Hoang waren bis zu Schluss für uns da. Ich hatte mir am Tag vor unserer Abreise in Deutschland den Fuß (im Reisefieber) böse verstaucht. Die ersten Tage konnte ich nicht laufen, danach schlecht. Kein Problem, Hoa besorgte sofort einen Rollstuhl. Die ganze Reise über ging das Leben ganz leicht (ich habe zahlreiche Behinderungen). Das ist eine so schöne Sache, dass ich schon meine nächste Weitsprung-Reise plane. Noch kann ich mich nicht entscheiden: China oder Afrika? Oder doch Südamerika? Und ich möchte Gerrit und Ulla von Weitsprung sehr danken, es waren zwei Wochen Leben wie eine Königin. Sabine S., Januar 2007 |
||
|
Weitsprung
|
||