Weitsprung-Gruppenreisen

Nordsee, 2.7.-14.7.2002

Nordseereise 02.07. – 14.7.2002

 Schleswig-Holstein – das bedeutet weites Land, weitauseinander-gezogene Ortschaften, Weiden mit Pferden, Kühen und Schafen; das ist das Land der Windräder, der reetgedeckten Häuser mit Rosenstöcken im Garten; der Möwen, Wolken und des Meeres.  

Dieses Bild begleitete uns fast täglich auf unseren Ausflügen. Unsere Gruppe – das sind Rabea P., Wilfried R., Manfred P., Manfred F., Jürgen K., Frank J. sowie Ursula F. und Hans H. Aus Marburg die Begleiterinnen Birgit G., Dagmar E. und Marion G.

 Und so begann unsere Reise am 02.07.:

 Mit dem Sprinter-Bus reiste die Gruppe gegen 16.30 Uhr auf dem schönen Ferienhof in Bargum-West an. Die beiden Urlauber aus Marburg fuhren in Begleitung von Dagmar mit dem Zug. Nach einer herzlichen Begüßung und der Zimmerverteilung gab es schon Abendbrot. Anschließend spazierten wir lange durch den Ort, und bekamen so erste Eindrücke. Besonders angetan hatte es der Gruppe dann noch eine Kuhweide mit Jungtieren, mit der wir ein lustiges Wechselspiel erlebten.

 Mittwoch, 03.07.  

An diesem Tag fuhr die Gruppe nach dem Frühstück nach Husum zu einem Einkaufs- und Hafenbummel mit „Fischessen“ im Hafen. Nachmittags fuhren einige Mitglieder der Gruppe zu einem nahegelegenen Reiterhof und vereinbarten dort Termine zum Reiten. Andere beschäftigten sich mit Fernsehen, spielten „Mensch ärgere dich nicht“ oder hörten Musik.

Am Abend ging es ab nach Bredstedt und wir hatten dort in einer Imbisskneipe einen schönen Abend.

 

 Donnerstag, 04.07.

 Heute machten wir einen Ausflug nach Flensburg, wo wir das Museum „Phänomenta“ –  einer Ausstellung für die Sinne – besuchten. Zum Beispiel konnten wir uns dort in verschiedenen Spiegeln betrachten; an einem Objekt konnten wir ausprobieren, wie Wellen im Meer entstehen; wir konnten Pendelvorgänge beobachten; eine „Seifenblasenwand“ herstellen und deren bunte Farben anschauen; verschiedene Sinnestäuschungen erleben und Farbspiele ansehen. Wir haben uns dort viel Zeit gelassen und es hat, denke ich, allen gut gefallen.

Als Problem entpuppte sich der Fahrstuhl, welcher innerhalb der Ausstellung nicht funktionierte, so dass Rabea, unsere Rollstuhlfahrerin, leider nicht alle Ausstellungsräume besuchen konnte. Auch Birgit und Manfred hatten eine schöne Zeit im Schwimmbad in Leck .

Von der Sonne war an diesem Tag allerdings nicht viel zu sehen.

Am Abend planten wir weitere Ausflüge mit der Gruppe.  

 

Freitag, 05.07.

 Am Freitag zeigte sich das Wetter wechselhaft. Rabea und Dagmar waren zum Reiten bei Simone in Bramstedtlund unterwegs, der Rest der Gruppe fuhr nach Dänemark und holte auf dem Rückweg Dagmar und eine glückliche Rabea ab. Weiter ging die Fahrt nach Tønder, einer kleinen Stadt in Dänemark mit hübschen kleinen Straßen, einer alten Apotheke aus dem 17. Jh. und einem schönem Markt.

Nach einem Stadtbummel und natürlich Hotdog-Imbiß ging es weiter nach Møegeltønder und Høyer – der Stadt hinter den Deichen. Ein Ort mit ganz alten Reet gedeckten Häusern und mit der höchsten Holzwindmühle Nordeuropas (22 m). Wir fuhren bis zur Schleuse direkt am Meer und konnten erstmals „Seeluft“ schnuppern.

Wieder zurück auf unserem Ferienhof waren doch alle recht müde von den vielen Erlebnissen und so ließen wir den Tag ganz ruhig ausklingen mit Karten schreiben, Fotos ansehen, Spaziergängen oder auch Fernsehen.

 

 Samstag, 06.07.

 Heute nun endlich Sonne!!!

Fahrt zum „Heider Marktfrieden“ – einem alle 2 Jahre stattfindenden mittelalterlichen Fest auf dem größten Marktplatz Deutschlands.

Dort gab es für uns viel zu sehen – schon allein die mittelalterliche Kleidung der Markttreibenden, so z.B. der Bäcker, Schmiede, Drucker, Holzschnitzer, Lederer und Schuster war sehr eindrucksvoll. Es gab dort vielerlei mittelalterliche Gaumengenüsse, Musik aus dieser Zeit, Gaukler und Jongleure.

Birgit, Dagmar und Frank versuchten sich dann auch im Kerzen einfärben und waren sichtlich stolz auf ihr Ergebnis. Den Abschluss bildete dann der große Festumzug, bei dem wir noch mal die Trachten bestaunen konnten.

   

Sonntag, 07.07.

 Schon morgens Kaiserwetter, welches den ganzen Tag anhalten sollte!

Heute verbrachten wir den Tag auf einem Bauernhof, dem Marienhof in Sönke-Nissen-Koog, welcher Tag der offenen Tür hatte.

Wir konnten dort einiges über das Leben der Seehunde erfahren; konnten uns Landmaschinen ansehen; die Rapsölgewinnung an einem Demonstrationsmodell zeigen lassen oder auch etwas über die Landwirtschaft in Schleswig-Holstein und die Tierwelt im Deichland erfahren.

 Die Attraktion war eine Kranfahrt. Auf einer Plattform mit Geländer hatte man einen herrlichen Blick über die Deichlandschaft. Die Entscheidung, sich in die Lüfte zu begeben, erforderte dennoch etwas Mut.

Nach einem Abstecher nach Schlüttsiel kamen wir am späten Nachmittag zurück und hatten nun freie Zeit.

Einige fuhren mit den Rädern ein Stück durch die Landschaft, andere ruhten sich aus. Nach dem Abendessen verbrachten einige von uns die Zeit bei Billard- und Kickerspielen.

 

 Montag, 08.07.

 Sonne pur – Kaiserwetter !!!

Eine Seefangfahrt war heute unser Ausflugsziel.

Los ging die Fahrt ab Schlüttsiel mit dem „Seeadler“ bei mäßigem Seegang bis zur Hallig Hooge, wo einige Leute an Land gingen.

Danach wurde es richtig spannend: Ein Netz wurde ins Meer geworfen und nach dem Einholen konnten wir den Fang bestaunen: Seesterne, kleine Krebse, Steinbeißer und Langusten. Die Mutigen unter uns nahmen dann auch mal einen Krebs oder Seestern auf die Hand.

 Die Rückfahrt ging dann wieder vorbei an den Halligen Gröde und Langeneß.

Diese Schiffsfahrt hat allen viel Spaß gemacht. Nach dem Anlegen in Schlüttsiel spazierten wir zwischen weidenden Schafen entlang der Nordsee.

Wieder angekommen in Bargum fuhr ein kleiner Teil von uns kurzentschlossen nach Seebüll zum Emil Nolde – Museum.

Ein weiteres Erlebnis an diesem Tag war eine Radfahrt am Abend im Sonnenschein und durch wunderschöne Landschaft.

   

Dienstag, 09.07.

 Kaiserwetter – was sonst !!!

Heute Fahrt bis Niebüll, dann mit dem Zug weiter bis nach Westerland auf Sylt.

Auf dem Bahnhof klappte auch alles gut mit der Rampe für Rabeas Rollstuhl, ebenso auf der Rückfahrt.

In Westerland angekommen, teilten wir uns in zwei Gruppen: einer Strand- und einer Tierparkgruppe.

Wir „Strandläufer“ bummelten erst einmal durch die Fußgängerzone, kleideten uns  mal mit Brillen und Sonnenmützen ein, und ab gings zum Strand. Schuhe aus, Hosen hochgekrempelt, so wateten wir durchs kühle Nass. Nach erstem Austesten des Gleichgewichts, an den auslaufenden Wellen entlang zu laufen, machte es allen riesigen Spaß.

Auch die andere Gruppe hatte ihr Vergnügen im Zoo – einer gepflegten, parkähnlichen Anlage.

Abends gab es bei Kerstin auf dem Hof einen Grillabend und wir konnten uns die Bäuche mit Bauchfleisch, Würsten, Rippchen und Nudelsalat voll schlagen und dazu noch gratis: ein wunderschöner Sommerabend!

   

Mittwoch, 10.07.

 Am Mittwoch fuhr unsere Gruppe nach Friedrichskoog zur Seehundaufzucht Station. Vor der Fütterung der Heuler (lecker: diese bekamen durchgedrehten Hering zu fressen), konnten wir uns einen Film ansehen und bekamen so Informationen über das Leben der Seehunde, so z.B. warum kleine Seehunde zurückgelassen werden oder weshalb in Gefangenschaft geborene Seehunde nicht wieder in Freiheit kommen.

Anschließend konnten wir vom Filmraum aus die Fütterung der Heuler sehen; man konnte auch einen Turm besteigen, von diesem hatte man noch einmal einen guten Blick auf die Becken der Heuler und auch der Alttiere.

 Am Abend Kneipenbesuch in Leck.

 

 Donnerstag, 11.07.

 Wetter: wechselhaft.

Uschi feierte an diesem Tag ihren  41. Geburtstag.

Heute stand Reiten auf dem Programm. Dazu ging die Fahrt wieder nach Bramstedtlund auf den Reiterhof. Rabea, Jürgen (ein fast perfekter Reiter!), Manfred Fischer und Uschi wagten sich heute auf „Sally“ und hatten ihre Freude beim Reiten. Damit ging ein langgehegter Wunsch von Uschi an ihrem Geburtstag in Erfüllung.     

Birgit hatte natürlich einen Geburtstagstisch organisiert und so gab es am Nachmittag eine Kaffeetafel für unser Geburtstagskind.

 Die Zeit danach konnte jeder individuell gestalten und am späteren Abend fuhren wir mit den Rädern durch die Abendsonne, auch Rabea mit ihrem Speedybike, was völlig ohne Komplikationen ging.

 

 Freitag, 12.07.

 Fahrt bis Fuhlehörn/ Nordstrand. Weiter fuhren wir mit der Pferdekutsche bei strahlenden Sonnenschein zur Hallig Südfall. Die Fahrt ging durch das Wattenmeer, einer eindrucksvollen Landschaft, bei der sich die Wolken in den Wattpfützen spiegelten.

Nach einer ca. einstündiger Fahrt kamen wir auf Südfall an und konnten uns dort eine Stunde aufhalten. Die Pferde hatten auch Ihre wohlverdiente Pause.

Auf der Hallig Südfall lebt nur eine Familie, die Frau ist Vogelwartin und der Ehemann ist der Halligwart. 

Sehr interessant war es für uns zu erfahren, wie das Leben auf einer Hallig so abläuft, wie es bei Sturmfluten ist und wie gelassen die dort Lebenden damit umgehen. Die Kinder werden übrigens auf dem Festland unterrichtet.

Ganz wichtig auf einer Hallig ist die Wasserversorgung.

Auf der Rückfahrt Aufenthalt in Husum – Zeit, um sich am Ende des Urlaubes noch das eine oder andere Andenken zu kaufen, oder einfach nur so im Kaffee am Hafen zu sitzen.

   

Samstag, 13.07.

 Da einige unserer Gruppe den Wunsch hatten, noch einmal mit dem Schiff zu fahren, hatte Birgit mit uns eine Fahrt mit der Fähre nach Föhr geplant.

Ab Dagebüll fuhren wir mit einer modernen Großdeckfähre 45 Minuten nach Wyk. Während der Fahrt konnte man sogar in einiger Entfernung Seehunde auf Sand-bänken sehen.

In Wyk angekommen, bummelten wir erst mal im Regen (der erfreulicherweise nachher wieder aufhörte) durch die Fußgängerzone, sahen uns eine alte Mühle an, entdeckten ein Fischrestaurant und nutzten natürlich die Gelegenheit.

Jürgen, Manfred, Birgit und ich nutzten die restliche Zeit auf der Insel zu einem Strandspaziergang und trafen die anderen zu einem vereinbarten Zeitpunkt wieder und die Fahrt ging.

 Die auf dem Ferienhof Zurückgebliebenen haben den Tag anders genutzt, einfach um sich noch ein wenig zu erholen oder einen ausgedehnten Spaziergang zu machen.

 Leider war die Zeit nun schon fast um. Für den letzten gemeinsamen Abend hatte die Urlaubsgruppe den Wunsch, diesen in einer Kneipe zu verbringen.

In Langenhorn beim Italiener fanden wir das, was wir suchten und hatten einen wirklich netten Abend zusammen: Wir unterhielten uns noch einmal über den Urlaub, was den Leuten am besten gefallen hat, lachten viel miteinander und Jürgen hatte es nun auch verwunden, dass er sein Schiff mit Namen „Andrea“ nicht gefunden hat. Vielleicht beim nächsten Urlaub!

 

 Sonntag, 14.07.

 Nun hieß es Abschied nehmen vom Norden. Nach dem Frühstück ging es wieder mit vielen schönen Urlaubserinnerungen zurück ins „Hessische“.

 Marion G.

Weitsprung
Reiseberatung für Behinderte, Nichtbehinderte und Senioren

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